Mallorca im Winter | Natur II

Quadrat

Es Pontas

Von dem kleinen Örtchen Cala Santanyi gelangt man über eine Straße und durch etwas Gebüsch hindurch zu einem Aussichtspunkt. Es Pontas ist ein mitten im Wasser stehender natürlicher Torbogen aus Felsgestein. Der Blick reicht von der Felsküste, über das Meer, vorbei an dem Bogen bis zu 2 Buchten im Süden. Eine grandiose Aussicht!

Calo des Moro

Nicht weit von Es Pontas entfernt liegt, etwas weiter südlich, eine kleine Bucht mit dem Namen Calo des Moro. Eingerahmt von steilen Felswänden liegt sie etwas geschützt im Inselinneren. Wir waren hier, weil wir gelesen hatten, dass es eine besonders schöne unverbaute Natur geben sollte. Ganz unverbaut waren die Felshänge zwar nicht, aber der Ort verzauberte uns trotzdem. Als erstes suchten wir uns eine etwas erhöhte Stelle. Von oben konnten wir die Bucht und Halbinsel gut überblicken. Ohne Geländer hatten wir eine ausgezeichnete Sicht und den perfekten Standpunkt für einen Zeitraffer. Dann liefen wir nach unten. Über schmale Sandwege vorbei an Bäumen und Sträuchern führte der Weg über das Gelände. Es gab keine Restaurants oder andere installierte Anlagen. Ein paar Leute badeten im Wasser. Es dämmerte bereits. In den schroffen Felswänden nisteten Vögel, die ab und zu über uns hinweg flogen. Wir nutzten die Zeit für einige Sonnenuntergangsaufnahmen. Wir waren uns aber direkt einig, dass wir unbedingt noch einmal herkommen müssten. Morgens zum Sonnenaufgang!

Ein paar Tage später taten wir das auch. Es war noch stockdunkel, als wir aus unserem Auto ausstiegen. Es gab keine Straßenbeleuchtung oder andere Lichtquellen, sodass wir mit der Taschenlampe vorsichtig den Weg suchten. Die Spitze der Halbinsel an der Bucht Calo des Moro war unser Ziel. Außer dem Meeresrauschen hörte man nichts. Der Boden war noch feucht von der Nacht. Endlich angekommen platzierten wir uns bei den freiliegenden Felsen. Der Slider war für einen Zeitraffer aufgestellt und wir warteten bis die Sonne aufging. Als alles lief, war Zeit für ein Frühstück. Das beste Frühstück des ganzen Urlaubes!

Ich vertrieb mir die Zeit mit Tagebuch schreiben. Nachdem mehrfach einige hübsche weiße Vögel an mir vorbeiflogen, entschied ich mich das Teleobjektiv griffbereit neben mich zu legen. Da ahnte ich noch nicht, wie gut diese Entscheidung war!

Diese niedlichen weißen Vögel bekam ich einfach nicht vor die Linse. Sie waren zu klein, zu schnell, manchmal zu weiß (vor dem Himmel) und vor allem zu selten da. Aber einige Zeit später hörte ich etwas Lauteres über mir. Dicht über uns hinweg flog plötzlich ein Flamingo-Pärchen. Ich erkannte sie sofort an ihren markanten Schnäbeln. Leider hatte ich nicht die richtigen Einstellungen an der Kamera und somit nur unbrauchbare Bilder produziert. Ich beobachtete, wie sie über die Bucht flogen, in der Hoffnung sie würden noch einmal umdrehen. Als hätten sie meinen Wunsch gehört drehten sie um und kamen auf mich zugeflogen. Ich hatte ein Glück! Es folgte eine erneute Runde über die Bucht, doch dann flogen die Flamingos weiter über die Insel hinfort. Das war ein Erlebnis für uns! Calo des Moro liegt natürlich nicht weit entfernt von den Salinen, wo sie überwintern. Trotzdem: Gerade sitzen wir früh morgens in einer einsamen Bucht auf Mallorca, genießen den Sonnenaufgang und die Stille während des Frühstücks und plötzlich fliegt ein Flamingo-Pärchen vor uns umher. Das war wirklich spektakulär!

Talaia de son Jaumell

Man findet sie überall auf der Insel: Alte Ruinen von ehemaligen Wachtürmen die früher zur Verteidigung dienten. Talaia de son Jaumell ist so einer, der ganz im Nordosten von Mallorca steht. Weniger ist die halbverfallene Ruine das Ziel, als viel mehr der Weg dahin. Wir starteten von Cala Mesquida aus. Über die Dünen führte der Weg hinweg, direkt ins Unterholz. Dann folgten wir dem Waldweg bis zu einem Abzweig, der den Aufstieg zum alten Wachturm anzeigte. Eine ziemlich schweißtreibende Kletterei stand vor uns. Über die Steine und Felsbrocken gingen wir weiter nach oben. Der Wald wurde immer lichter und irgendwann waren wir auf dem Bergrücken angekommen. Es folgten noch einige Meter durch die Graslandschaft bis zum Turm.

Von hier hatten wir eine grandiose Aussicht. Der Rundblick führte von Cala Ratjada über den Nationalpark Cap des Freu, bis nach Cala Mesquida. Da das gesamte Gebiet außerhalb von Cala Mesquida unverbaut ist, sahen wir vor uns eine wunderschöne Hügellandschaft.

Der Aufstieg war nicht nur wegen der Höhe anstrengend. Die Mitnahme unseres Equipments sorgte noch mal für einige zusätzliche Kilos. Unter anderem hatten wir den Slider dabei, weil wir uns oben tolle Möglichkeiten erhofften. Zum Glück zahlte sich das aus. Robert fand einige gute Positionen für unsere Zeitraffer.

Cala Ratjada
Cala Mesquida

Nach einem kleinen Picknick hatten wir alle Aufnahmen im Kasten und wollten uns auf den Rückweg machen. Doch das war gar nicht so einfach. Wir suchten die Stelle für den Abstieg, dieser sollte auf der anderen Seite hinab führen. Wir irrten eine Weile umher, bis wir schließlich den Abzweig fanden. Wäre da keine Markierung gewesen, hätten wir das niemals für einen Weg gehalten!
Der Abstieg lag hinter dem Bergrücken im Schatten. Es ging steil bergab, über glitschige Felsen und schlammigen Boden. Blöderweise hatten wir keine freien Hände, weil wir teilweise das Equipment tragen mussten. Nachdem wir bereits einige Meter geklettert waren, hörte ich plötzlich ein Rutschen und ein lautes „AH!“ hinter mir. Robert war abgerutscht und saß im Matsch. Voll bepackt konnte er den Sturz nicht abfangen und schürfte sich das Knie an einem Felsen auf. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme war klar, dass Mensch und Technik ohne bleibende Schäden davongekommen waren. So dauerte es eine halbe Ewigkeit vorsichtig den Bergrücken hinunter zu klettern. Die letzten Meter zurück führten dann jedoch bequem über die Felslandschaft entlang der Küste.

Sant Salvador

Auf über 500m liegt im Osten Mallorcas die Wallfahrtsstätte Ermita de Sant Salvador. Es ist möglich den Berg zu Fuß über einen schönen Wanderweg zu erklimmen oder über die 5 km lange Serpentinenstraße hinaufzufahren. Unterhalb des Klosters führt ein kurzer Fußweg hinauf zu einer Kreuzstatue. Von da ergibt sich ein toller Ausblick über das Landesinnere. Ganz oben auf Sant Salvador angekommen trifft man als erstes auf das Christkönigsmonument. Hier geht der Blick auf die entgegengesetzte Seite, zum Meer in Richtung Portocolom. Es gibt Picknick-Plätze, die Möglichkeit das Kloster zu besichtigen oder einfach nur die Aussicht zu genießen. Die bewaldeten Berghänge östlich von Sant Salvador sind dabei besonders schön. Am schönsten ist es hier oben allerdings morgens bei Sonnenaufgang, wenn noch keine Menschen unterwegs sind.

Sant Salvador bot sich außerdem ideal an für unser Abschlussfoto. Wir wollten eine kleine Lichtspielerei ausprobieren. Es dauerte eine ganze Weile bis das Timing stimmte und die Abläufe passten. Endlich hatten wir unser Foto nach einer Stunde im Kasten, gerade noch so bevor die Taschenlampe ihren Geist aufgab.

Uns hat Mallorca in der Nebensaison sehr gut gefallen. Nun werden wir uns daran setzen die aufgenommenen Videos zu sichten um daraus einen Film zu erstellen…

Kommentar

2 Kommentare zu „Mallorca im Winter | Natur II“

  1. Antworten

    Wow, es sind unglaublich tolle Aufnahmen dabei. Teilweise eindrucksvoller als Galapagos bzw. sie bestechen auf ihre ganz eigene Art. Am schönsten finde ich die weitläufigen Fotos, die ein Gefühl des Fliegens vermitteln. Auch die Farben sind über alle Bilder hinweg atemberaubend und sehr schön abgemischt.

    Gesamt einer euer schönsten Beiträge.

  2. Antworten

    Schöner Bericht, tolle Fotos! LG

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