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Es war Anfang April (1 Monat nach der Ausschreibung), d.h. wir hatten noch Zeit das „Frühlingsgericht“ zu drehen, welches unser 3. Gang werden sollte: Spargelflammkuchen. Als erstes erstellten wir einen Zeitraffer von dem aufgehenden Hefeteig. Nachdem wir das Video zusammengeschnitten haben, waren wir sehr enttäuscht von dem stark flackernden Ergebnis. Der Grund dafür war schnell ausgemacht: Durch den Wolkenhimmel gab es einen ständigen Wechsel des Lichtes und vor allem der Farbtemperatur. D.h. wir mussten für jedes Bild einen korrekten Weißabgleich vornehmen. Dafür gibt es in Lightroom sogar eine Funktion: Einfach alle Bilder markieren und im Entwickeln-Modul im Menü „Einstellungen“ -> „Automatischer Weißabgleich“ auswählen. Dadurch sah das Video schon deutlich besser aus, aber immer noch nicht zufriedenstellend. So nahmen wir uns vor, den nächsten Versuch bei strahlendem Sonnenschein zu versuchen.


Der erste Versuch

Mit viel Nachbearbeitung

Beim 2. Versuch war der Himmel also wolkenfrei. Um noch etwas „näher dran“ zu sein, entschieden wir uns diesmal aber für die GoPro um den Zeitraffer aufzunehmen. Wie sich nachher herausstellte, war das ein Fehler. Zum einen rauschen die Bilder sehr schnell, sobald man nicht direkte Sonneneinstrahlung nutzt. Zum anderen lassen sich JPEG-Aufnahmen im LRTimelapse nicht so gut weiterverarbeiten wie RAW-Bilder. Daher war auch diesmal wieder ein deutliches Flackern sichtbar. Also – aller guten Dinge sind drei – benutzten wir bei unserem 3. Versuch wieder die DSLR und machten die Aufnahme nach Sonnenuntergang mit Kunstlicht:


2. Versuch

3. Versuch

Bei der Szene der Essenszubereitung bemerkten wir ebenfalls ständige Wechsel der Lichtverhältnisse. Dies war der Tatsache geschuldet, dass die Arbeitsfläche in Richtung Norden und das Fenster im Süden lag… und Linda zwischendrin! Durch die im Zeitraffer ständig wechselnden Schatten ergab sich so ein sehr unruhiges Bild.


Das Schattenproblem

Bei der Essenszene waren wir uns nicht sicher ob wir den Flammkuchen vorschneiden oder mit Messer und Gabel essen sollten. Nach dem Probedurchlauf von beiden Varianten war allerdings schnell klar, dass wir die Stücke vorschneiden werden. Beim selber schneiden rutschte ständig das Brett hin und her. Außerdem hatten wir wieder dasselbe Lichtproblem, diesmal war es der wandernde Schatten von dem schrägen Dachfenster über dem Tisch. Daraufhin beschlossen wir ab sofort alles nach Sonnuntergang im Dunkeln zu drehen. Einen Baustrahler hatten wir noch im Keller, gegen die Decke gerichtet war das Zimmer schön erhellt und vor allem gleichmäßig.


Die Essensvarianten

Die Vorbereitungen für den Dreh zu Hause waren soweit beendet. Jetzt mussten wir noch den ersten Teil planen: Die Aufnahmen des Obst und Gemüse! In dem Fall war es keine Frage, wir mussten irgendwie an Spargel rankommen. So wie es im Sommer an jeder Ecke Erdbeerfelder zum selber Pflücken gibt, dachten wir, muss es doch auch irgendwo ein Spargelfeld geben. Es erwies sich allerdings als äußert schwierig so eines in der Nähe zu finden. In Nieschütz hinter Meißen (ca. 40 km entfernt) wurden wir aber doch fündig. Jetzt stand uns die erste richtige Hürde bevor: Kontakt mit den Firmeninhabern aufzunehmen und nach einer offiziellen Drehgenehmigung zu fragen. Da wir keine offizielle Firma waren, sondern nur Privatleute und nur von einem Wettbewerb reden konnten, verlief das erste Telefonat nicht wirklich vielversprechend. Aber der Chef wollte uns am nächsten Tag noch einmal sprechen. Bis dahin schickten wir Ihm eine E-Mail mit einer genauen Beschreibung und dem Link zu der Ausschreibung des Wettbewerbs. Das zweite Gespräch verlief dann doch völlig positiv und so verabredeten wir uns für den kommenden Samstag früh.

Wir organisierten ein Auto und fuhren entlang des Elbtals nach Nieschütz. Wir bekamen einen ersten Eindruck vom Hof und begannen sofort mit den Aufnahmen der spargelstechenden Arbeiter. 10 Minuten nachdem wir begonnen hatten war leider Beginn der Frühstückspause der Spargelstecher. Also standen wir da und warteten bis es weiterging, nutzten aber die Zeit für ein paar schöne Fotoaufnahmen. Der nächste Zeitraffer klappte super und wir staunten nicht schlecht wie schnell die Spargelstecher so eine Furche abernteten. Zwischendurch kamen wir mit einer jungen polnischen Arbeiterin ins Gespräch die uns erzählte, dass sie den Job gerne macht und ungefähr für 4 Wochen hier in Deutschland ist. Zum Ende kam noch einer der Chefs zu uns, um uns kennenzulernen und mehr über das Projekt zu erfahren. Bei dieser Gelegenheit konnten wir einige Fragen rund um die Spargelpflanze, ihren Anbau und die Ernte klären. Zum Beispiel erfuhren wir, dass so ein gesamtes Feld jeden Tag abgeerntet wird, Spargel bei Temperaturen um 25-30°C 1cm pro Stunde wächst oder dass eine Spargelpflanze über 10 Jahre hinweg jedes Jahr neue Ernte bringt. Es war wahnsinnig interessant für uns und zum Schluss nahmen wir natürlich eine frische Portion Spargel im Hofladen mit. Während wir in der Warteschlange standen konnten wir durch eine Glasscheibe in die Sortieranlage dahinter schauen und beobachten wie die Spargelhelferinnen den frischen Spargel vom Feld wuschen, sortierten und teilweise vorschälten.

Natürlich haben wir noch ein paar Aufnahmen, die es – aufgrund der Begrenzung auf 90 Sekunden Filmlänge – nicht in das finale Video geschafft haben:

 

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Zeitraffer-Wettbewerb „4 Jahreszeiten“ – Making-of | Teil 2: Spargelflammkuchen
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Ein Kommentar zu “Zeitraffer-Wettbewerb „4 Jahreszeiten“ – Making-of | Teil 2: Spargelflammkuchen

  • 9. Mai 2017 um 13:16
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    Einfach nur schön! 😀

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